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evident

evident

Formgedächtnislegierungen im Design

evident beschäftigt sich mit der gezielten und reversiblen Formveränderung auf Materialebene. Die Basis bildet dabei die partielle Verfestigung von dehnbaren Polyamidgestricken via 3D-Druck. Durch die Integration von Formgedächtnisdrähten entstehen so kinetische Modelle, welche die Potenziale zweier Technologien als Symbiose aufzeigen. Diese Technologie schafft eine neue Grundlage für Innovation im Funktions- und Leichtbau.

Als evident werden Dinge bezeichnet, die sich bildlich als unmittelbar einleuchtend erweisen und nicht anzweifelbar sind. Das Adjektiv leitet sich aus dem lat. Verb videre (sehen) ab, dem ebenso das Wort Vision entstammt. 

Viele Dinge scheinen für das Auge im ersten Moment völlig selbstverständlich zu sein. Jeder kennt die Situation, in denen man an etwas auf dem ersten Blick Banalem vorbeiläuft, kurz innehält, wieder einen Schritt zurück geht, den Kopf dreht, und beginnt es genauer zu betrachten. Man hält einen Moment und nimmt sich die Zeit zu verstehen, was das Auge gerade aufnimmt. Von diesem Phänomen und der Faszination darüber, dass manchmal doch nicht alles so klar ist, wie es im ersten Moment scheint, handelt diese Arbeit.

Entstanden ist eine Analyse von Erfolgsprinzipien aus der Natur, die im Laufe des Prozesses in abstrakt-kinetische Konstruktionsmodelle überführt wurden. Wie ihre Vorbilder aus der Natur benötigen auch die kinetischen Modelle Sonnenenergie beziehungsweise eine andere Wärmequelle. Erst dadurch fangen sie an ihre spezifischen Bewegungen auszuführen. Diese Aktion können sie ohne zusätzliche Beeinflussung von außen und somit völlig autark durchführen. Erlischt die Wärmequelle, begeben sich die reversibel agierenden Modelle zurück in ihre Ausgangsposition und fangen bei erneutem Wärmeeinfluss wieder an sich zu bewegen.

Abschließendes Ziel dieser Arbeit ist das Entwickeln abstrakter, vorhersehbarer und reversibler Prinzipien, zur partiellen Verformung definierter Bereich in dehnbaren Gestricken, durch die Unterstützung von Formgedächtnisdrähten. Dies soll neue Möglichkeiten für die Anwendung von FG-Legierungen im Design aufzeigen und zu Innovationen, beispielsweise im Funktions- und Leichtbau, anregen.

Gerade im Bereich des Leichtbaus und der Simplifizierung von komplexen Systemen und Prozessen bieten unterschiedlichste Materialien in Kombination mit Formgedächtnislegierungen ein großes Potential. Durch die Vereinigung von Aktor- und Sensoreigenschaften auf Materialebene gilt das Einbinden von FG-Legierungen als zukunftsweisende Schlüsseltechnologie. So können beispielsweise schon heute vorgespannte Gestricke durch 3D-Druck partiell verfestigt werden. Durch eine anschließende Entspannung des Materials bildet das Gestrick eigenständig Minimalfläche aus und es kommt zu einer zuvor definierten, bleibenden Verformung. 

Durch die zusätzliche Integration von Drähten auf der Basis von Formgedächtnislegierungen ist es möglich, dieses Verhalten bis zu einem gewissen Grad reversibel und aufgrund der aktorisch/-sensorischen Fähigkeiten völlig autark und temperaturabhängig zu wiederholen. Auf Grund des minimalen Einsatzes von Ressourcen und Technologie für die Erfüllung eines Optimums bietet es sich an, Verhaltensweisen aus der Natur zu analysieren und ihre  Funktionsweise zu adaptieren. Entsprechend der jeweiligen Analyseergebnisse kommt es zu einer Abstraktion, welche abschließend in einzelne Funktionsmodelle übertragen wird. 

Material | Technologie

Bei der Kombination aus gespannten Flächen in Verbindung mitDrähten aus einer  Formgedächtnislegierung handelt es sich um eine neue Technologie, welche erst noch nach einem Problem sucht. Wenn Technologie und Problem in Übereinstimmung gebracht werden, könnten ungeahnte Möglichkeiten für Anwendung entstehen, für die es heute noch keine geeigneten Systeme gibt. Durch die Vereinigung von Mechanik, Elektrotechnik, Bionik und Design entsteht ein solch großes Feld für intelligente Systeme, für die es gilt, erste Präzedenzfälle zu generieren. Besonders konzeptuelle Eigenschaften, wie die Unmittelbarkeit, Direktheit in Verbindung mit Vergänglichkeit, schafft zusätzlich ein emotionales Spannungsfeld für die Interaktion mit dem Menschen.

Basismaterialien
Da ein FGL-Aktor immer auch ein System braucht, in dem er agieren kann, wurde nach einer Material-Technologie-Kombination gesucht, mit welcher sich ebenfalls ein Arbeiten auf Materialebene realisieren lässt. Zum Einsatz kommt eine 2-Komponentenlösung aus nahezu 100 % Polyamid (PA). Die Verwendung eines Monomaterials bietet besonders in Bereichen der ressourceneffizienten Nutzung und dem Recycling große Vorteile, auf die ich in der Arbeit jedoch nicht weiter eingehen werde. Für die Umsetzung wird die Technologie des 3D-Drucks verwenden, mit deren Hilfe ein PA-Filament auf ein bidirektional dehnbares Gestrick aufgebracht wird. Durch das anschließende Entspannen des Gestricks entstehen gespannte Minimalfläche, gegen die der später eingebrachte FG-Aktor arbeitet und welche gleichzeitig für die reversible Rückstellung des Systems verantwortlich sind.
Fazit

Grade zwischen Forschung und Entwicklung klafft, durch Unwissenheit auf der einen Seite und der zuvor genannten Aspekte auf der Anderen, eine große Lücke. Doch grade durch diesen auf dem ersten Blick negativ wirkenden Zustand bieten sich vor allem für Designer neue Möglichkeit. Die Forschung beginnt sich zu öffnen und beginnt Designer schon vor der Entwicklung konkreter Produkte mit einzubinden, um auf diesen Weg auch das Interesse in der Industrie zu wecken.

_team:

Marc Wejda

_projekt:

evident – Formgedächtnislegierungen im Design

8. Semester Industriedesign (2018)
Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

_mentoren:

Burg Giebichenstein:
Prof. Mareike Gast, Enrico Wilde

Volkswagen Design:
Rut Sawodny, Friederike Plock-Girmann

_links:

Extended Breath

Extended Breath

Tools für eine bessere Atmung

» Wenn Sie die Feinstaubmengen nehmen, die ein moderner Dieselmotor ausstößt, liegen die in Peking  gemessenen Luftwerte um einiges höher. Ein modernes Auto funktioniert da geradezu wie eine  Luftreinigungsmaschine. «

Martin Winterkorn
(Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG | 2007 – 2015)
»Zeit« Magazin, Februar 2013

Im Zuge des Semesterprojektes The Extended Body – Spekulative Prothesen haben wir uns dem Problem der Umweltverschmutzung durch Feinstaub angenommen. Was das genau ist und wie man mit ihm umgeht haben wir ein Semester lang untersucht.

Je kleiner die Partikel des Feinstaubs, desto tiefer kann er in unseren Organismus eindringen. Während Feinstaub mit einer Partikelgröße von etwa 10μm (PM-10) sich in Rachen und Atemwegen absetzt, kann PM-2,5 Feinstaub sogar in Lungenbläschen eindringen. Noch kleinere Partikel können in den Blutkreislauf eindringen und sich so in fast allen Bereichen des Körpers anreichern. Dadurch können nicht nur naheliegende Krankheiten wie Lungen- und Atemwegserkrankungen hervorgerufen werden. Auch Herz-/Kreislaufprobleme und Lungenkrebs lassen sich teilweise auf Feinstaub zurückführen.


Aus diesen Gründen haben wir uns gezielt mit dieser Problematik auseinandergesetzt, etablierte Lösungsangebote analysiert um anschließend eigene Alternativen zu entwickeln. So haben wir nicht nur die Art der Filterung unter die Lupe genommen, sondern vor allem auch versucht zu den gängigen Filterstoffen Alternativen zu finden und deren Vorteile herauszuarbeiten. So entstanden drei Objekte, die an unterschiedliche Alltagsszenarien angepasst sind und die die jeweiligen Qualitäten des verwendeten Materials hervorheben. Die folgende Seiten sollen einen Überblick über den Entstehungs- und Gestaltungsprozess geben und diesen nachvollziehbar machen.

Der Schal

Je kleiner die Partikel des Feinstaubs, desto tiefer kann er in unseren Organismus eindringen. Während Feinstaub mit einer Partikelgröße von etwa 10μm (PM-10) sich in Rachen und Atemwegen absetzt, kann PM-2,5 Feinstaub sogar in Lungenbläschen eindringen. Noch kleinere Partikel können in den Blutkreislauf eindringen und sich so in fast allen Bereichen des Körpers anreichern. Dadurch können nicht nur naheliegende Krankheiten wie Lungen- und Atemwegserkrankungen hervorgerufen werden. Auch Herz-/Kreislaufprobleme und Lungenkrebs lassen sich teilweise auf Feinstaub zurückführen.

Aus diesen Gründen haben wir uns gezielt mit dieser Problematik auseinandergesetzt, etablierte Lösungsangebote analysiert um anschließend eigene Alternativen zu entwickeln. So haben wir nicht nur die Art der Filterung unter die Lupe genommen, sondern vor allem auch versucht zu den gängigen Filterstoffen Alternativen zu finden und deren Vorteile herauszuarbeiten. So entstanden drei Objekte, die an unterschiedliche Alltagsszenarien angepasst sind und die die jeweiligen Qualitäten des verwendeten Materials hervorheben. Die folgende Seiten sollen einen Überblick über den Entstehungs- und Gestaltungsprozess geben und diesen nachvollziehbar machen.

Der Fächer
Das in diesem Tool verwendete Titandioxid bietet den Vorteil, dass es auf vielen Oberflächen aufgebracht werden kann und dabei nicht an seiner fotokatalytischen Fähigkeit verliert. Um Luft beispielsweise von gefährlichen Stickoxiden befreien zu können, werden für die Fotokatalyse zusätzlich UV-Strahlen benötigt. Als Basis für diese Körpererweiterung haben wir das Prinzip des Fächers übernommen und ihn um die Fähigkeiten des Titandioxids erweitert. Ein Fächer kommt in der Regel immer dann zum Einsatz, wenn der Nutzer sich, aufgrund zu hoher Sonneneinstrahlung, kühle Luft zuführen will. Unser Fächer ist in der Lage sich dabei nicht nur kühle, sondern auch gleichzeitig gereinigte Luft zu zuführen. Der verwendete Filterschaum kombiniert den Vorteil einer besonders großen Oberfläche für das Titandioxid und einer hohen Elastizität, die das Zusammenfalten vereinfacht. Die Luft kann beim Benutzen des Fächers die Struktur leicht durchströmen und wird hier von den Gefahrenstoffen befreit. Die Schaumstruktur ist zwischen drei Stäben aus Kirschholz gespannt. Diese stehen deutlich im Kontrast zum Filtermaterial, sind optisch ansprechend und für den Nutzer angenehm anzufühlen. Verbunden werden die beiden Materialien durch einen schlichten Baumwollfaden.
Der Turm
Wie im Steckbrief zuvor beschrieben, bietet Islandmoos den Vorteil, dass es über sehr lange Zeit mit gleichbleibender Wirkung arbeitet. Da der Wirkungsgrad jedoch vergleichsweise gering ist, bietet es sich an das Moos in geschlossenen Räumen einzusetzen, da hier auch die Feinstaubbelastung geringer ist als beispielsweise im Straßenverkehr. Des Weiteren kann das Moos die meist stehende Raumluft konstant über einen längeren Zeitraum reinigen. Die organisch gewachsene Struktur der Flechte ist optisch ansprechend, sodass es sich anbietet, dieses Material sichtbar in Szene zu setzten. Um einen Durchfluss zu erzeugen, haben wir uns mit dem Prinzip von Aufwindkraftwerken beschäftigt und zunutze gemacht. Hier wird Luft auf einer Oberfläche erwärmt, sodass diese aufsteigen kann. Die Luft wird in einem Turm gebündelt und treibt abschließend eine Turbine an. Um diesen Effekt der Luftzirkulation auch in unserem Objekt einsetzen zu können, haben wir eine schwarze Schieferplatte mit einem Trichter kombiniert, in welchem sich das Islandmoos befindet. Wird die Schieferplatte durch die Sonne aufgeheizt, steigt die warme Luft im Trichter auf. Durch das Durchströmen des Mooses wird die Luft schließlich gereinigt. Der Kamineffekt verstärkt hier den Luftstrom noch zusätzlich. Um das Moos maximal zur Geltung zu bringen, haben wir uns bei dem Material des Trichters für Glas entschieden, welches auf der Schieferplatte von Edelstahlelementen getragen wird. Die Kombination der Materialien und der Aufbau geben dem Tool einen skulpturalen Charakter, so dass es sich sowohl in Wohnungen als auch Büros optisch einpasst.

»Wir können und werden diese Krise bewältigen«

Matthias Müller
(Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG | 2015 – 2018)
»Zeit« Magazin, September 2015

_team:

Luis Undritz, Marc Wejda

_projekt:

Extended Body – Spekulative Prothesen

7. Semester Industriedesign (2017)
Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

_leitung:

Gast-Prof. Julian Adenauer M.A.

Philipp Stingl

_links:

www.burg-halle.de

 

 

 
 
 

 

reepwerk

reepwerk

die wiederentdeckung von seegrass

Jedes Jahr werden allein an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns mehr als 27.000 Tonnen Seegras angespült. reepwerk zeigt, wie man dieses Material in nutzbare Seile verwandeln kann.

Bisher war Seegras meist nur als Ärgernis für Touristen am Strand bekannt. Darüber bedeutet die Entsorgung für die vom Tourismus abhängigen Ostseegemeinden einen hohen finanziellen Aufwand. Unser Projekt zeigt, wie Seegras an Wert zurückerlangen erlangen und als regionale Ressource genutzt werden kann. Die von uns innerhalb eines Semesters entwickelte Maschine reepwerk soll Touristen als auch Anwohner dazu einladen, sich mit dem Material näher auseinander zu setzen und dazu anspornen neuen möglichen für Anwendungen für das Seegras zu finden.

Als modellhaften Standort des reepwerks haben wir das Seeheilbad Boltenhagen in der Region Nordwestmecklenburg gewählt. Es ist das drittälteste Seebad in Deutschland und zählt jährlich mehr als 1,5mio Übernachtungen. Neben der Steilküste und der Seebrücke lockt ein 5km langer Strand.

reepwerk-map_ostsee

Ausgehend von unseren anfänglichen Materialexperimenten und inspiriert von maritimen Motiven, haben wir uns entschieden, die Seegrasfasern zu verwenden, um ein Seil daraus herzustellen. Hierfür haben wir das von uns an der Ostsee gesammelte Seegras, gewaschen, getrocknet und anschließend für die Weiterverarbeitung vorbereitet.

Auf der Suche nach einer Möglichkeit zur Weiterverarbeitung sind wir auf das alte Handwerk des Holzwollespinnens gestoßen. Hierbei wird aus langen, schmalen Holzspänen ein sehr raues und reißfestes Seil gesponnen.  Wir fanden heraus, das Seegras sehr ähnliche Eigenschaften wie die Holzfasern besitzt. So besuchten wir Monika Rödiger, eine der wenigen Handwerkerinnen in Deutschland, die diese Fasern noch zu einem Seil verarbeiten können. Trotz der sehr schweren Händelbarkeit konnte sie uns aus dem mitgebrachten Seegras ein 22m langes Seil herstellen. Wir waren beeindruckt von der Geschwindigkeit und der Geschicklichkeit, die für den Umgang mit der Maschine und dem Material erforderlich sind.

Als Beispiel für die Anwendung eines Seegrases haben wir eine Sitzgelegenheit entworfen und gebaut. Durch die reduzierte Edelstahlkonstruktion kann der Fokus auf die Materialqualitäten des Seegrases gelegt werden. Insgesamt wurden für den Hocker 22 Meter Seils verwendet.

_team:

Ulrike Silz, Marc Wejda

_projekt:

microbes II – a day made of algae

7. Semester Industriedesign (2017)
Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

co[w]work

co[w]work

a collaboration of biological systems

bacteria | minerals | collaboration
Ausgangspunkt dieses Projekts bildet ein Bakterienstamm namens Bacillus Pasteuri. Die besondere Fähigkeit dieser Bakterien ist es, Calciumcarbonat auf Oberflächen verschiedener Materialien zu mineralisieren. Die Bakterien benötigen eine spezielle Nährflüssigkeit mit Harnstoff und eine Umgebungstemperatur von 30°C zu wachsen. Es dauert ungefähr eine Woche, bis die Bakterien die Nährstoffe der Lösung aufgebraucht und eine dünne Schicht Calciumcarbonat gebildet haben.Um die Schicht aus Kalziumcabonat zu erhöhen, müssen Bakterien und Nährstoffflüssigkeit regelmäßig erneuert werden. Unter dem Mikroskop lässt sich die Konzentration der erzeugten Calciumcarbonatschicht auf dem Material bestimmen.

Das Projekt begann mit einigen Workshops über den Umgang mit den lebenden Material. Unterstützt wurden wir dabei von Dr. Filipe Natalio, Vanchanagiri Kranthi und Norman Friedrich von der Martin Luther Universität Halle-Wittenberg, der Forschergruppe für bioanorganische Chemie – Biomimetik.

Wir ließen uns von der Laborarbeit inspirieren und begannen unsere eigenen Experimente mit verschiedenen Arten von Materialien wie Kunststoff und Holz Schwämme, Glasgranulat, Sand, PLA-Granulat, Kohle, Muscheln, Knochen und viele andere organische und anorganische Materialien. Dazu legten wir die Materialien für eine Woche in die Nährflüssigkeit mit den Bakterien für eine Woche. Nach dieser Woche analysierten wir die Ergebnisse unserer Untersuchungsreihe. Besonders gut haftete das bakteriell produzierte Calciumcarbonat am PLA-Partikelschaum an. Das PLA wurde durch die Arbeit der Bakterien so zu einer festen, zusammenhängenden Masse.

So entschieden wir uns schließlich dazu diese Eigenschaft von PLA in Kombination mit Calciumcarbonat weiter zu untersuchen, Anwendungen und Verarbeitungsmöglichkeiten zu finden.

researching and how – bacteria meets cow 
Der nächste Schritt war eine intensive Forschung über die Biomineralisation und Polymilchsäuren (PLA). Wir fanden heraus, dass Laktose-Mutterlauge eine der besten Nährflüssigkeiten für unsere Bakterien und auch ein Abfallprodukt der Milchindustrie ist. Das Rohmaterial von PLA ist Laktidsäure, die durch Lactid-Säurebakterien aus Lactose produziert wird. Daher entschieden wir uns, die Kuh, eines der ältesten Nutztiere, als Ausgangspunkt unserer weiteren Arbeit zu nehmen.

Wir analysierten alle von Rindern produzierten Substanzen wie Milch, Exkremente, Knochen, Fleisch- und Rinderhaare. Ein weiterer wichtiger Punkt für uns war es, eine Substanz zu finden, mit der PLA durch einen energiesparenden und nachhaltigen Prozess hergestellt werden kann. So fanden wir eine weitere faszinierende Substanz, Lignin. Es ist ein natürliches Polymer, das für die versteifung im hölzernen Pflanzen sorgt. Es bildet einen Teil der Exkremente von Rindern und ist Überrest von Biogasanlagen. Ebenso ist es es überbleibsel von Holz, dass durch Braunfäule befallen ist. Pilze verstoffwechseln hier die Zellulose aus Holz und hinterlassen reines Lignin als Rückstand.

_team:

Luis Undritz, Marc Wejda

_projekt:

microbes I – Bakterien produzieren Gestein

5. Semester Industriedesign (2017)
Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

orgelschlitten

orgelschlitten

Die Wissenschaft vom Tragen, Schieben, Heben, Transportieren und Verstauen

Der Orgelschlitten entstand in Zusammenarbeit mit Orgelbauer Thomas Schildt aus Halle an der Saale. Es handelt sich um einen Transportwagen, der Ihm Abhilfe beim Verladen schwerer Werkzeuge, Materialien und Orgelteile schaffen soll. Um den Wagen für das mobile Arbeiten attraktiv zu machen, besteht die Konstruktion aus Aluminiumprofilen und ist komplett demontierbar. Hauptbestandteile sind die luftbereifte Basis samt Griff und eine höhenverstellbare Ablagefläche. Der Wagen kann je nach Anforderung auf unterschiedliche Arbeitshöhen oder auf die Ladehöhe seines Transporters eingestellt werden. Zum Verladen wird der Wagen gegen das Heck des  Transporters geschoben. Während die Basis nach und nach unter dem Fahrzeug verschwindet, gleitet die rollengelagerte Ablage zeitgleich in den Kofferraum. Ist die Ablage komplett verstaut, kann die Basis zusammengefaltet und ebenfalls platzsparend im Fahrzeug verstaut werden.

Für die Arbeit außerhalb der Werkstatt ist es für Thomas Schildt wichtig, genau das richtige Werkzeug für den jeweiligen Auftrag dabei zu haben. Viele Werkzeuge sind in der Werkstatt nur einmal vorhanden, sodass er sich das Werkzeug für jede anstehende Montage neu zusammenstellt. Dies ist eine aufwändige und zeitintensive Arbeit. Wie kann dieser Aufwand vermindert werden? Wie lässt sich sein Werkzeug von bis zu 100kg einfach und schonend für den Körper verladen? Welche Möglichkeit gibt es um vor Ort das Handling mit dem Werkzeug zu erleichtern? Wie kann der Transporter mit in den Ablauf eingebunden werden?

Zurzeit nutzt Thomas Schildt in seiner Werkstatt mehrere unterschiedliche Transportmittel. Der im oberen Bild zusehende Wagen dient zum Transport seiner Ausrüstung und Werkzeuge. Der im unteren Bild gezeigte Wagen als Ablage und zusätzliche Werkbank für größere Teile. Beide Wägen sind in ihrer Bauweise sehr stabil und halten auch hohen Belastungen stand. Jedoch haben sie den Nachteil, dass sie ein sehr hohes Eigengewicht aufweisen und daher f&uumlr die Mitnahme im Transporter nicht geeignet sind. Des Weiteren besitzen sie eine sehr harte Bereifung, was den Einsatz außerhalb der Werkstatt erschwert. Die kleinen und harten Räder sorgen dafür, dass die Wägen auf unebenen Untergründen zu springen anfangen und sich kaum noch manövrieren lassen.

Der Höhenunterschied zwischen der Ladehöhe des Transporters und der des Werkzeugwagens (Bild oben links) beträgt etwa 40 cm. Das bedeutet, dass jedes sich auf dem Wagen befindliche Teil erneut unter Kraftaufwendung in den Transporter gehoben werden muss. Zusätzlich müssen die Werkzeugkoffer und andere Teile so lange im Kofferraum hin und her geschoben werden, bis sie an einer Position sind, in der während der Fahrt nichts verrutschen oder umkippen kann in der Gesamtheit ihrer Summe ziehen diese Schwierigkeiten das ganze Prozedere der Vorbereitung und Verladung unnötig in die Länge und halten von der eigentlichen Arbeit ab.

Nach einer ausgiebigen Recherche- und Ideenfindungsphase ist ein Konzept entstanden, das sich auf den eigentlichen Vorgang des Verladens der Werkzeuge in den Transporter konzentriert.Das heißt, dass der Transportwagen für das Beladen mit Werkzeugen eine niedrige Ausgangshöhe haben, aber sich bis zur Ladekante des Transporters anheben lassen muss. Des Weiteren soll der Transportwagen von einer Person allein und möglichst einfach im Fahrzeug zu verstauen sein. Der Wagen muss einer Gewichtskraft von 150 kg standhalten. Die Funktionen sind maßgebend für die Auswahl der zu verwendenden Materialien und Mechanismen. Eine weitere Vorgabe ist die Grundfläche des Laderaums im Transporter selbst, welche verantwortlich für das Größenverhältnis des Wagens ist. Die Vorteile der Wägen, die sich momentan in der Werkstatt befinden, sollen erhalten bleiben.
Der oben dargestellte Prototyp ist mit allen Funktionen ausgestattet, die der Transportwagen später auch besitzen soll. Der Prototyp besteht aus zwei Einzelteilen. Das obere Teil besteht aus der Ablagefläche, welche fest mit der Höhenmechanik verbunden ist. Das zweite Teil ist die untere Basisebene samt Schubbügel. So lässt sich die Basis des Wagens, dank der geringen Bauhöhe, leicht unter den Transporter schieben und die obere Ablage gleichzeitig im Heck des Transporters verstauen. Des Weiteren ist der Transportwagen, durch eine Konstruktion aus Rohrprofilen, leicht und dennoch stabil. Die Höhenverstellung wird durch das in der Mitte liegende Kreuz realisiert, welches später mittels eines Mechanismus und Fußpedal bedient wird. Ist der obere Teil des Wagens verstaut, lässt sich der untere Teil wieder hervorziehen, zusammenfalten und ebenso im Transporter verstauen. Da in der Umsetzung auf quadratische Alurohrprofile (35 mm x 35 mm) zurückgegriffen wird, ist das Zusammenfalten ohne größere Kraft möglich.

Mein großer Dank gilt denjenigen, die dazu beigetragen, dass das Projekt zu so einem erfolgreichen Abschluss gekommen ist. In erster Linie möchte ich Orgelbauer Thomas Schildt danken, der sich spontan zu diesem Experiment bereit erklärt hat und mich bei der Ausarbeitung ein Semester lang begleitet hat.

Des Weiteren möchte ich mich auch herzlich bei den Sponsoren rollen-plus.de und der Wagner System GmbH für ihre schnelle und unbürokratische Unterstützung für dieses Projekt bedanken.

_team:

Marc Wejda

_projekt:

»Auf Arbeit« – Objekte für die Arbeitswelt

4. Semester Industriedesign (2016)
Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

square

square

die Verbindung von Tag und Nacht, Technik und Natur, Licht und Dunkelheit
Ähnlich der Fotosynthese bei Pflanzen nährt sich das Objekt von der Energie der Sonne. In geschlossenem Zustand wandelt es tagsüber das Sonnenlicht in elektrische Energie um und speichert diese ab. Bei Dunkelheit öffnet sich die zuvor quadratische Konstruktion in eine runde, konvexe Form. Es kommen Lichtflächen zum Vorschein, welche die zuvor gespeicherte Energie zurück in Licht verwandeln.
Die Form der Konstruktion stammt aus der Kunst des Papierfaltens. Durch waagerechtes, senkrechtes und diagonales Falten des Materials entsteht eine dreidimensionale, bewegliche Struktur. Durch Torsion lässt sie sich diese öffnen und wieder schließen. Während die innen liegenden Flächen nur im geöffneten Zustand zu sehen sind, bleiben die außenliegenden Flächen die ganze Zeit zu sehen. So bieten sich die äußeren Flächen dazu an die Primärfunktion, die Aufnahme der Sonnenenergie, zu übernehmen. Die Innenseiten hingegen übernehmen Aufgaben, welche nicht anhaltend genutzt werden. Die auf den Außenflächen angebrachten Solarmodule können so ganztägig Energie aufnehmen und in einem Akku zwischenspeichern. Das Selbst bei schwachem Licht und geöffnetem Zustand der Konstruktion.

Das im Verborgenen liegende erschließt sich erst bei Eintritt der Dämmerung. Die eintretende Dunkelheit sorgt für die Entfaltung der Struktur und Lichtflächen beginnen damit, die Umgebung zu erleuchten. Die in Erscheinung tretenden Innenflächen besitzen eine vier Mal größere Fläche als die Oberseite. Dies sorgt für eine besonders hohe Lichtausbeute auf engsten Raum. Was im Modell noch simuliert wird, soll in einer späteren Umsetzung durch Materialien realisiert werden, die es erlauben, die Anforderungen an die oben aufgeführten Aspekte ohne Kompromisse umzusetzen.

Die improvisierten Solarzellen aus Folie werden dann durch ihre Strom liefernden Originale ersetzt. Alle Materialien werden für einen späteren Außeneinsatz nach ihrer Witterungsbeständigkeit ausgewählt. Der Mechanismus für den Öffnungs- und Schließvorgang wird über Halbzeuge gesteuert, die mit einer Formgedächtnislegierung (FGL) versehen sind. Dies erlaubt ein autarkes System, welches vor allem im Einsatz im Außenbereich große Vorteile bietet. Metalle aus mit einer Formgedächtnislegierung bieten den großen Vorteil nach einer Verformung wieder in ihre Ausgangsposition zurückzukehren. Dies geschieht durch das zuführen von Wärme (je nach Material zwischen 40°C und 120°C). Die Wärme kann über die gespeicherte Energie aus dem Licht der Sonne in elektrische Energie und anschließend in Wärmeenergie umgewandelt werden. Durch einen Lichtsensor auf der Oberseite oder durch das Auslesen des gegenwärtig erzeugten Stroms kann entschieden werden, wann sich das Objekt öffnet und Licht abgibt. So lässt sich diese Installation als autarkes System an jeder beliebigen Stelle installieren. Es kann beispielsweise als Leitsysteme eingesetzt werden, welches erst bei Dunkelheit in Erscheinung tritt. Durch das in sich geschlossen System bleibt es portabel und lässt sich an jedem beliebigen Ort nutzen.

_team:

 Marc Wejda

_projekt:

»lightning over …« – Design-Strategien mit, für und durch Licht

3. Semester Industriedesign (2015)
Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

Lichtdepot

»Nehmt aus der Welt die Elektrizität, und das Licht verschwindet«

(Heinrich Rudolf Hertz, 1889)

Die Idee für dieses Projekt besteht darin eine Lichtquelle zu schaffen, welche auch bei Unterbrechung der Stromversorgung weiterhin Licht wiedergeben kann. Gerade in Entwicklungsländern und in Ländern der Dritten Welt ist eine stete Stromversorgung keine Selbstverständlichkeit. Durch »Lichtdepot« können beispielsweise Generatorenausfälle oder ähnliche Unterbrechung überbrückt werden, ohne auf eine Beleuchtung verzichten zu müssen.Eine mit LEDs betriebene Lichtquelle ist prädestiniert dafür, hierfür als Basis zu fungieren. LED-Retrofits gibt es für alle gängigen Fassungen und in unterschiedlichen Lichtstärken. Sie sind robust, energieeffizient und lassen sich digital ansteuern.

Diese sogenannten Retrofits bestehen zu meist nur aus einem Gehäuse, einem Spannungswandler und einer LED-Struktur. Für dieses Funktionsmodell wurde der Spannungswandler entfernt und durch eine Reihe von Batterien ersetzt, welche sich im Sockel der Lampe befinden. Diese Aneinanderreihung versorgt die SMD-LEDs mit Strom, bei einer Spannung von 24V. Des Weiteren sind in dem Gehäuse ein Teensy-Mikrocomputer mit Touchfunktion, zwei Akkus zu dessen Stromversorgung und ein Relais, welches die LEDs schaltet.In zusammengebauten Zustand leuchtet die Lampe bei Berührung am Sockel. Der Mikrocomputer erfasst sensorisch den kapazitiven Unterschied durch die Berührung, schaltet das Relais und die LEDs fangen an zu leuchten.

_team:

Marc Wejda

_projekt:

»lightning over …« – Design-Strategien mit, für und durch Licht
 

3. Semester Industriedesign (2015)
Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

nightLight

nightLight

das ganzheitliche Lichtkonzept für Fahrräder

Das durch den Mikrocontroller Teensy gestützte System fügt der üblichen Beleuchtung an Fahrrädern weitere Funktionen hinzu. So schaltet sich beispielsweise die Beleuchtung in Abhängigkeit von der Helligkeit und der Bewegung in unmittelbarer Umgebung ein. Durch Taster an den Griffen, auf der linken und rechten Lenkerseite, können in Dunkelheit außen angebrachte LEDs als Blinker genutzt werden. Taster an den Bremshebeln betätigen in Dunkelheit eine zusätzliche LED im Rücklicht und weisen nachfolgende Verkehrsteilnehmer auf den Bremsvorgang hin. Bei zu starker Annäherung an das Hinterrad fängt die zuvor als Bremslicht genutzte, LED an zu blinken. So werden zu nah auffahrende Personen gewarnt und dem Radfahrer ein zusätzlicher Schutz geboten.

Ausgehend von unseren anfänglichen Materialexperimenten und inspiriert von maritimen Motiven, haben wir uns entschieden, die Seegrasfasern zu verwenden, um ein Seil daraus herzustellen. Hierfür haben wir das von uns an der Ostsee gesammelte Seegras, gewaschen, getrocknet und anschließend für die Weiterverarbeitung vorbereitet.

_team:

Ulrike Silz, Anna Wanitschke, Marc Wejda

_projekt:

»lightning over …« – Design-Strategien mit, für und durch Licht

3. Semester Industriedesign (2015)
Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

_leitung:

Prof. Guido Englich

unterstützt durch: Max von Elverfeldt

_links:

out of nature

out of nature

entdecken – verinnerlichen – neuinterpretieren

Die Auseinandersetzung mit faszinierenden Dingen aus der Natur bilden die Basis für dieses Projekt. Durch eine detaillierte Betrachtung der Objekte erfolgt nicht nur eine visuelle, sondern vor allem auch eine gedankliche Annäherung an die Fundstücke.

Welchen Charakter wohnt dem Objekt inne? Welchen Reiz übt es aus und welche Möglichkeiten der Neuinterpretation bietet es? Nach der Analyse der Grundformen folgt das Modellieren. In einem Nachbau des Objektes oder eines markanten Teiles aus Ton werden erste Modelle gefertigt. Ziel ist es, den formalen Charakter vollständig zu erfassen und zu verinnerlichen.
Schließlich entsteht durch die eigene Interpretation und Abstraktion kein naturalistisches Abbild, sondern vielmehr eine charakteristische Arbeit, die die innewohnenden Grundformen und die Typologie des Ausgangsobjektes widerspiegelt. Es entsteht eine Plastik mit einer Spannweite von etwa 40 cm, welche durch ihre weichen Flächen und dazu kontrastierenden scharfen Kanten besticht.

_team:

Marc Wejda

_projekt:

Grundstudium: Plastik

2. Semsester Industriedesign (2015)
Burg Giebichenstein – Kunsthochschule Halle

_leitung:

Christina Salzwedel

Jeder So Wie Er Kann

Jeder So Wie Er Kann

»Das Leben scheinbar leergesaugter Menschenhäute wird geregelt durch digitale Zeitschaltuhren.«

(RANTANPLAN – Jeder So wie Er Kann, Kein Schulterklopfen)

Jeder So Wie Er Kann ist ein kurzer Animationsfilm, welcher binnen einer Woche im Rahmen des Grundstudiums entstanden ist. Zusammen mit Luis entstand so ein kurzer Clip auf der Basis des gleichnamigen Songs »Jeder So Wie Er Kann« der Hamburger Ska-Band RANTANPLAN. Die einzelnen Szenen wurden analog per Hand gezeichnet und anschließend digital animiert.

Ein besonderer Dank gilt RANTANPLAN für ihre Unterstützung zur Veröffentlichung dieses Clips.

_team:

Luis Undritz, Marc Wejda

_projekt:

Vertiefungswoche Zeichnen

2. Semester Industriedesign (2015)
Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

_leitung:

Prof. Bettina Erzgräber

_Unterstützung

Menschen und Orte

Menschen und Orte

ein Bildband über die
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

Der Bildband berichtet in drei Serien über 30 Menschen, die an der Hochschule für  Technik und Wirtschaft Berlin studieren, lehren und arbeiten. Den Porträtierten werden im Bildband Orte auf dem Campus gegenübergestellt, die für sie eine besondere Atmosphäre verbreiten oder an denen sie sich oft aufhalten. Entstanden ist ein interessanter Einblick in den Studienalltag, in Lehre und Forschung sowie in das Management der Hochschule. Das Konzept für den  Bildband entstand in Kooperation zwischen dem Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und dem studentischen Designnetzwerk »sehen und ernten«.

Der Bildband »Menschen und Orte – die HTW Berlin« dient als Gastgeschenk für Partner der Hochschule in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.

_team:

Konzeption und Gestaltung:
Michael Länger, Peter Kessel, Marc Wejda

Fotografen:
Jennifer Weber, Matthias PanitzHy-Ran Kilian, Sara Hesse

 

_projekt:

»Menschen und Orte« – die HTW Berlin

ein Projekt des »sehen und ernten« e.V. – Werkstatt für Konzeption und Gestaltung

_leitung:

Marc Wejda

_kunde:

Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

_links:

hommage

hommage

In Reminiszenz an Achille Castiglioni

»If you are not curious, forget it«

(Achille Castiglioni, 1918-2012)

Mit seiner Gestaltung war er seiner Zeit weit voraus. Achille Castiglioni steht bis heute für minimalistische Formen und eine klare Objektsprache. Ähnlich wie seine Produkte war auch er zurückhaltend, unkonventionell und dennoch scherzhaft. Neben der Kunst galt sein Interesse vor allem Ready-Mades. Der leidenschaftliche Sammler hortete zahlreiche Entwürfe, Prototypen, Werkzeuge und gewöhnliche Alltagsgegenstände. Auch sein Spielzeug aus Kindheitstagen begleitete ihn bis ins hohe Alter. Aus all diesen Dingen schöpfte Achille Castiglioni Ideen für seine Werke, welche teilweise bis heute produziert werden.
Dieses Projekt ist eine Hommage an die Arbeit von Castiglioni und seinen 1968 gestalteten Lichtschalter »light.switch«. Entstanden ist ein aus Ahorn gefertigtes Feuerzeug, welches in den gleichen Proportionen gearbeitet wurde, wie das Original. Als passioniertem Raucher hätte Castiglioni die Abwandlung seines »light.switch« sicherlich gefallen.

_team:

Luis Undritz, Marc Wejda

_projekt:

Interaktives Gestalten

1. Studienjahr Industriedesign (2015)
Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

_mentoren:

Prof. Sibille Riemann, Stefanie Kretschmer MA

_links:

lysande

lysande

Corporate Design für einen Kommilitonen &

die »Ich-Identität« im Corporate Design

Durch Formen und Zeichen, Farben, Typografie und Bildsprache visualisieren wir die charakteristischen Eigenschaften und spezifischen Werte von Organisationen, Personen oder Produkten. Das bezeichnen wir als Corporate oder Brand Design. Dabei liegen Schein und Erscheinung gelegentlich weit auseinander. Wir untersuchen, wie sich personale Identität in die Formensprache von Corporate Design übersetzen lässt. Als »Produkte« nutzen wir uns selbst und nehmen dafür gegenseitig die Rollen des Auftraggebers wie die des Designers ein.

Dabei erkunden wir:
Wie definieren wir unser Profil und die angestrebte Tonalität? 
Wie transformieren wir sprachliche Begriffe in grafische Elemente?
Mit welchen Zeichen, Materialien und Medien lassen sich neuartige visuelle Übersetzungen entwickeln?
Wie verbinden wir Methoden strategischer Designentwicklung mit experimenteller Formfindung?

Wir lernen den klassischen Corporate Design-Prozess kennen und suchen dabei nach neuen, überraschenden Lösungen.

                                           (Prof. Florian Adler)

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»Lysande« – Der Name stammt aus dem Schwedischen und bedeutet soviel wie leuchtend oder strahlend. Er besitzt somit die gleiche Bedeutung wie der ursprüngliche Name der Studierenden Eileen, welcher sich aus dem irischen Eibhlin ableitet und Licht bedeutet.

Eileen

Ist die englische Form der irischen Namen Eibhlin bzw. Ailbhlin. Die Bedeutung dieser Namen lässt sich mit Licht oder Helle ins Deutsche übertragen.

Eibhlin

Licht, erleuchtet, hell, strahlend, scheinend, Schein, Kerze, brillant, Feuer, Flamme, Wärme, Sonne, funkelnd, glitzernd, Reflexion

erleuchtet

erleuchtet [deutsch] – helder [niederländisch] – lyse [norwegisch] – luminous [englisch] – lysande [schwedisch]

»Lysande«

Identitätsklärung

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Markenauftritt

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Die Marke – visuelle Klammer

Die Wellenlinie an der Unterseite der Bildmarke die als visuelle Klammer des Corporate Designs. Genutzt wird sie in einer gestauchten Variante, um auf den Betrachter weniger aufdringlich zu wirken. Um den ersten Eindruck der Marke so positiv wie möglich zu gestalten, wurde die Welle gespiegelt, sodass ihr Ende in einer aufsteigenden Bewegung endet. Der freundliche und dynamische Charakter bleibt erhalten und ist auf den jeweiligen Medien dennoch sofort klar erkennbar. Die Welle kann vor allem im Anschnitt der Geschäftsausstattung ihr volle Wirkung entfalten. Sie verleiht Briefpapier und Visitenkarten einen markanten Wiedererkennungswert. Auch in den digitalen Medien kann und wird die Welle als visuelle Klammer aufgegriffen, wie im unteren Beispiel des Online-Portfolios zu sehen ist.

Als weiteres Gestaltungselement dienen gezielt eingesetzte, vollfarbige Flächen. Diese greifen den Farbton der Bildmarke auf und steigern so ebenfalls den Wiedererkennungswert.

 
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_team:

Marc Wejda

_projekt:

Corporate Design

6. Semester Kommunikationsdesign (2012)
Hochschule für Technik und Wirtschaft

_leitung:

Prof. Florian Adler

gleichgewicht

gleichgewicht

die Fragilität des Seins

Gleichgewicht thematisiert die Fragilität des Seins. Egal wie schwer oder robust etwas scheinen mag, wenn es darauf ankommt, kann der sprichwörtliche Punkt auf dem »i« entscheidend sein. So auch bei der dreidimensionalen Umsetzung des Wortes.

Entstanden ist  ein Schriftzug von ca. 2,8 m Länge und einem geschätzten Gesamtgewicht von 40 kg.

Der Schriftzug besteht aus einem festen aber dennoch leichten Kern und einer abdeckenden Außenhaut. Sperrholz, Styropor, Glasfasergewebe und Kleber bilden das Gerüst. Zwei Streifen aus 2 mm dickem Stahlblech verstärken zusätzlich die Senkrechte des »g«. Die Außenhaut wurde abschließend in mehreren Schichten verputzt und geschliffen.

Die Unterlänge des gemeinen »g« bildet die tragende Achse und trägt den kompletten Schriftzug. Um ein seitliches Kippen zu vermeiden, können bei Bedarf die unterschiedlich schweren »i«-Punkte als ausgleichende Gewichte genutzt werden. So kann der Schriftzug in Waage gebracht und gehalten werden. Um die Dreidimensionalität stärker hervorzuheben, wurden die einzelnen Buchstaben leicht in der Tiefe versetzt. Dies sorgt bei Lichteinfall für eine deutlich sichtbare Schattenbildung.

Aller Bedenken zum Trotz existiert der Schriftzug jetzt schon seit mehreren Jahren …

_team:

Jaqueline Dietz, Marc Wejda

_projekt:

Schrift im Raum

3. Semester Kommunikationsdesign (2012)
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

_leitung:

Prof. Jürgen Huber

_links:

urban interface

urban interface

Vereinfachung durch Vereinheitlichung

Das Projekt entstand im Rahmen des Kurses Universal Design. Im Vordergrund des Konzeptes steht die Vereinfachung und Vereinheitlichung der Bedienelemente in Aufzügen im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs. Dieses Modell spricht nicht wie sonst üblich nur zwei, sondern gleich drei der menschlichen Sinne an und sorgt so für einen großen Grad an Nutzerfreundlichkeit und Barrierefreiheit.

_team:

Marc Wejda

_projekt:

Universal-Design

4. Semester Kommunikationsdesign (2012)
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

_leitung:

Prof. Katrin Hinz