Extended Breath

Tools für eine bessere Atmung

» Wenn Sie die Feinstaubmengen nehmen, die ein moderner Dieselmotor ausstößt, liegen die in Peking  gemessenen Luftwerte um einiges höher. Ein modernes Auto funktioniert da geradezu wie eine  Luftreinigungsmaschine. «

Martin Winterkorn
(Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG | 2007 – 2015)
»Zeit« Magazin, Februar 2013

Im Zuge des Semesterprojektes The Extended Body – Spekulative Prothesen haben wir uns dem Problem der Umweltverschmutzung durch Feinstaub angenommen. Was das genau ist und wie man mit ihm umgeht haben wir ein Semester lang untersucht.

Je kleiner die Partikel des Feinstaubs, desto tiefer kann er in unseren Organismus eindringen. Während Feinstaub mit einer Partikelgröße von etwa 10μm (PM-10) sich in Rachen und Atemwegen absetzt, kann PM-2,5 Feinstaub sogar in Lungenbläschen eindringen. Noch kleinere Partikel können in den Blutkreislauf eindringen und sich so in fast allen Bereichen des Körpers anreichern. Dadurch können nicht nur naheliegende Krankheiten wie Lungen- und Atemwegserkrankungen hervorgerufen werden. Auch Herz-/Kreislaufprobleme und Lungenkrebs lassen sich teilweise auf Feinstaub zurückführen.


Aus diesen Gründen haben wir uns gezielt mit dieser Problematik auseinandergesetzt, etablierte Lösungsangebote analysiert um anschließend eigene Alternativen zu entwickeln. So haben wir nicht nur die Art der Filterung unter die Lupe genommen, sondern vor allem auch versucht zu den gängigen Filterstoffen Alternativen zu finden und deren Vorteile herauszuarbeiten. So entstanden drei Objekte, die an unterschiedliche Alltagsszenarien angepasst sind und die die jeweiligen Qualitäten des verwendeten Materials hervorheben. Die folgende Seiten sollen einen Überblick über den Entstehungs- und Gestaltungsprozess geben und diesen nachvollziehbar machen.

Der Schal

Je kleiner die Partikel des Feinstaubs, desto tiefer kann er in unseren Organismus eindringen. Während Feinstaub mit einer Partikelgröße von etwa 10μm (PM-10) sich in Rachen und Atemwegen absetzt, kann PM-2,5 Feinstaub sogar in Lungenbläschen eindringen. Noch kleinere Partikel können in den Blutkreislauf eindringen und sich so in fast allen Bereichen des Körpers anreichern. Dadurch können nicht nur naheliegende Krankheiten wie Lungen- und Atemwegserkrankungen hervorgerufen werden. Auch Herz-/Kreislaufprobleme und Lungenkrebs lassen sich teilweise auf Feinstaub zurückführen.

Aus diesen Gründen haben wir uns gezielt mit dieser Problematik auseinandergesetzt, etablierte Lösungsangebote analysiert um anschließend eigene Alternativen zu entwickeln. So haben wir nicht nur die Art der Filterung unter die Lupe genommen, sondern vor allem auch versucht zu den gängigen Filterstoffen Alternativen zu finden und deren Vorteile herauszuarbeiten. So entstanden drei Objekte, die an unterschiedliche Alltagsszenarien angepasst sind und die die jeweiligen Qualitäten des verwendeten Materials hervorheben. Die folgende Seiten sollen einen Überblick über den Entstehungs- und Gestaltungsprozess geben und diesen nachvollziehbar machen.

Der Fächer
Das in diesem Tool verwendete Titandioxid bietet den Vorteil, dass es auf vielen Oberflächen aufgebracht werden kann und dabei nicht an seiner fotokatalytischen Fähigkeit verliert. Um Luft beispielsweise von gefährlichen Stickoxiden befreien zu können, werden für die Fotokatalyse zusätzlich UV-Strahlen benötigt. Als Basis für diese Körpererweiterung haben wir das Prinzip des Fächers übernommen und ihn um die Fähigkeiten des Titandioxids erweitert. Ein Fächer kommt in der Regel immer dann zum Einsatz, wenn der Nutzer sich, aufgrund zu hoher Sonneneinstrahlung, kühle Luft zuführen will. Unser Fächer ist in der Lage sich dabei nicht nur kühle, sondern auch gleichzeitig gereinigte Luft zu zuführen. Der verwendete Filterschaum kombiniert den Vorteil einer besonders großen Oberfläche für das Titandioxid und einer hohen Elastizität, die das Zusammenfalten vereinfacht. Die Luft kann beim Benutzen des Fächers die Struktur leicht durchströmen und wird hier von den Gefahrenstoffen befreit. Die Schaumstruktur ist zwischen drei Stäben aus Kirschholz gespannt. Diese stehen deutlich im Kontrast zum Filtermaterial, sind optisch ansprechend und für den Nutzer angenehm anzufühlen. Verbunden werden die beiden Materialien durch einen schlichten Baumwollfaden.
Der Turm
Wie im Steckbrief zuvor beschrieben, bietet Islandmoos den Vorteil, dass es über sehr lange Zeit mit gleichbleibender Wirkung arbeitet. Da der Wirkungsgrad jedoch vergleichsweise gering ist, bietet es sich an das Moos in geschlossenen Räumen einzusetzen, da hier auch die Feinstaubbelastung geringer ist als beispielsweise im Straßenverkehr. Des Weiteren kann das Moos die meist stehende Raumluft konstant über einen längeren Zeitraum reinigen. Die organisch gewachsene Struktur der Flechte ist optisch ansprechend, sodass es sich anbietet, dieses Material sichtbar in Szene zu setzten. Um einen Durchfluss zu erzeugen, haben wir uns mit dem Prinzip von Aufwindkraftwerken beschäftigt und zunutze gemacht. Hier wird Luft auf einer Oberfläche erwärmt, sodass diese aufsteigen kann. Die Luft wird in einem Turm gebündelt und treibt abschließend eine Turbine an. Um diesen Effekt der Luftzirkulation auch in unserem Objekt einsetzen zu können, haben wir eine schwarze Schieferplatte mit einem Trichter kombiniert, in welchem sich das Islandmoos befindet. Wird die Schieferplatte durch die Sonne aufgeheizt, steigt die warme Luft im Trichter auf. Durch das Durchströmen des Mooses wird die Luft schließlich gereinigt. Der Kamineffekt verstärkt hier den Luftstrom noch zusätzlich. Um das Moos maximal zur Geltung zu bringen, haben wir uns bei dem Material des Trichters für Glas entschieden, welches auf der Schieferplatte von Edelstahlelementen getragen wird. Die Kombination der Materialien und der Aufbau geben dem Tool einen skulpturalen Charakter, so dass es sich sowohl in Wohnungen als auch Büros optisch einpasst.

»Wir können und werden diese Krise bewältigen«

Matthias Müller
(Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG | 2015 – 2018)
»Zeit« Magazin, September 2015

_team:

Luis Undritz, Marc Wejda

_projekt:

Extended Body – Spekulative Prothesen

7. Semester Industriedesign (2017)
Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

_leitung:

Gast-Prof. Julian Adenauer M.A.

Philipp Stingl

_links:

www.burg-halle.de